Es ist schon schwer genug, sein Hobby an den Nagel zu hängen. Für einen Vollblutmusiker ist dies eine besondere Bürde. Insbesondere dann, wenn man seit nunmehr 66 Jahren mit Leib und Seele Musik gemacht hat und in seinem Verein über Jahrzehnte Verantwortung im Vorstand und zahlreichen weiteren Positionen übernommen hat. So erging es nun Rudi Raskopp, dem Urgestein des Musikvereins 1834 e.V. Prüm, am vergangenen Freitag in großer Runde bei seinem Abschied aus der aktiven musikalischen Vereinstätigkeit.
Rudi Raskopps Anfänge in der Musik liegen zu einer Zeit, als der Krieg noch tiefe Spuren in der Stadt Prüm und bei seinen Menschen zeigte. Im Jahr 1951 tat er es seinen Brüdern August, Karli und Jakob gleich und erlernte das Spiel auf einem Horn, dem er bis zuletzt treu geblieben ist. Die ersten Proben fanden noch im Saal „Kölner Hof“ statt, der nur durch eine Behelfstreppe erreicht und erst durch mitgebrachte Holzscheite notdürftig beheizt werden konnte. Es waren schwierige Verhältnisse, an die sich heute nur noch wenige lebhaft erinnern dürften.
Der erste öffentliche Auftritt von Rudi Raskopp hätte passender nicht sein können. Beim Maiwecken im Jahr 1952 konnte er zum ersten Mal sein Talent zeigen und hat über die Jahre diese vom Verein bis heute gepflegte Tradition mit Leben erfüllt. Es dauerte nicht lange bis Rudi Raskopp sein erstes Amt im Vorstand bekleidete. 1961 wurde er stellvertretender Kassierer, drei Jahre später schon stellvertretender Vorsitzender. Die Führung im Verein übernahm er mit dem 1. Vorsitz im Jahr 1971 und sollte dieses Amt 15 Jahre lang bekleiden. Danach war er nochmals als stellvertretender Vorsitzender aktiv sowie über 20 Jahre lang für die Pflege und Archivierung des umfangreichen Notenbestands verantwortlich. Für die umfangreichen Verdienste wurde Rudi Raskopp vom Musikverein bereits 1995 mit dem Ehrenvorsitz ausgezeichnet, was ihn nicht daran hinderte, als Musiker weiterhin seiner Liebe zur Musik nachzugehen. So folgte 2017 die Auszeichnung für eine 65 jährige aktive Tätigkeit - ein absolutes Novum im Musikverein Prüm.
Und nun soll Schluss sein? Nach unzähligen Höhepunkten, aber auch schwierigen Zeiten im Verein, nach tausenden von Konzerten und Auftritten innerhalb des Prümer Stadtgebiets aber auch bis weit darüber hinaus, nach Vereinsjübiläen, intensiven kameradschaftlichen Aktivitäten, Freud und Leid eines langen Vereinslebens – man mag es nicht richtig glauben. Und so hält sich Rudi Raskopp noch ein kleines Hintertürchen offen und will auch weiterhin bei den Abteibläsern ab und zu mit dabei sein. Bravo!

Der Vorsitzende Jürgen Raskopp begrüßte am Freitag, dem 23. Februar 2018, trotz Grippewelle, zahlreiche Mitglieder des Musikvereins 1834 e.V. Prüm zur jährlichen Jahreshauptversammlung. Zu Beginn erhoben sich alle Anwesenden in einer Schweigeminute zum Gedenken an die im abgelaufenen Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder.
Der Vorsitzende erinnerte in einem ausführlichen Bericht an alle wichtigen Vorkommnisse des Vereinsjahres 2017 und lobte die vorbildliche Einsatzbereitschaft aller Aktiven. Hervorzuheben sei neben der Probenarbeit und den laufenden Konzerten vor allem der umfangreiche Arbeitseinsatz an Karneval sowie die intensiven Planungen, Vorbereitungen und die jeweilige Durchführung des Filmmusik-Konzertes in der Feuerwache und des Jahreskonzertes. Auch die Jugendwerbung und die Jugendbetreuung wurden im vergangenen Jahr weiterhin intensiv verfolgt. Traditionell waren die Blechbläser des Vereins beim inzwischen 42. Adventsblasen aktiv und zauberten, trotz Baustelle, eine besinnliche Atmosphäre auf den Hahnplatz.
Zudem berichtete der Vorsitzende über die erfreuliche Resonanz auf die neu angeschafften Softshell-Jacken und das damit verbundene positive Erscheinungsbild der Musikerinnen und Musiker bei Auftritten und Veranstaltungen.

In den Einzelberichten gingen die jeweils Verantwortlichen detailliert auf die zahlreichen Ereignisse des abgelaufenen Vereinsjahres ein. Die Jugendleiterin Kerstin Bormann stellte die Entwicklung der beiden Blockflötengruppen, des Vororchesters und des Jugendorchesters dar und erinnerte an zahlreiche Auftritte der jungen Ensembles, z.B. bei der Eröffnung des Prümer Sommers, beim Jugendgottesdienst oder zu Beginn des Jahreskonzertes. Wie in der Vergangenheit gab es neben der Musik zahlreiche spannende Aktivitäten für den Vereinsnachwuchs. Ein Besuch im Eifel-Zoo Lünebach oder im Jump-House in Köln waren dabei sicher die Highlights.

Von der erfreulichen Entwicklung im Nachwuchsbereich konnte auch der Schriftführer Johannes Kuhl berichten. So waren im Jahr 2017 insgesamt 104 Musikerinnen und Musiker aktiv im Verein tätig, davon 32 unter 18 Jahre alt. Das Durchschnittsalter lag erfreulicherweise weiterhin bei knapp unter 30 Jahren. Von den 29 Auftritten des großen Orchesters fanden allein 17 innerhalb des Stadtgebietes statt. Die Treue zur Musik drückt sich jährlich durch die Ehrungen für eine langjährige Aktivität durch den Kreismusikverband aus. so wurden auch beim Jahreskonzert 2017 wieder Musikerinnen und Musiker ausgezeichnet:
5 Jahre:           Nikolaus Keil,
10 Jahre:         Luisa Scholzen und Tamara Tix,
20 Jahre:         Marcel Thomas,
40 Jahre:         Regina Mayer, Ernst Mayer und Hermann Nahrings,
65 Jahre:         Rudi Raskopp
sowie für eine 30-jährige Dirigententätigkeit Thomas Rippinger.

Die Noten- und Instrumentenwarte Andreas Endres und Marcel Thomas berichteten über den Stand des allgemeinen Vereins- und Instrumenteninventars sowie die Katalogisierung und Archivierung des umfangreichen Notenmaterials.

Der Kassenbericht von Hubert Nickels und Michael Gierten sowie der Kassenprüfbericht von Harald Scholzen führten ebenfalls zu keinen Beanstandungen, so dass nach kurzer Aussprache eine einstimmige Entlastung des Vorstandes herbeigeführt werden konnte.

Der Abschluss der Jahreshauptversammlung bestand in der Terminplanung des Jahresprogramms 2018.

Musikverein 1834 e.V. Prüm
Einladung zur
Jahreshauptversammlung 2018

Die Jahreshauptversammlung des Musikvereins 1834 e.V. Prüm findet am Freitag, den 23. Februar 2018 um 20 Uhr im Kur Center Cafe in Prüm statt.
Eingeladen sind alle aktiven und inaktiven Mitglieder und die Eltern der in Ausbildung befindlichen Jugendlichen.

Tagesordnung:

1. Begrüßung durch den 1.Vorsitzenden
2. Bericht des Vorstandes
     a) Geschäftsbericht
     b) Kassenbericht
     c) Kassenprüfbericht
     d) Bericht der Jugendleiterin
     e) Bericht des Noten- und Instrumentenwartes
3. Aussprache zu den Berichten
4. Entlastung des Vorstandes
5. Festlegung des Jahresprogramms
6. Verschiedenes

Der Vorstand

   
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